Diskurse zu Public Health-Themen. Akteure, Strategien, Formate (DiPubHealth)

Wissenschaftskommunikation ist in der Gegenwart mit einer sehr komplexen Kommunikationssituation konfrontiert: Eine stark ausdifferenzierte Öffentlichkeit mit vielen unterschiedlichen Kanälen trifft auf die Fragmentierung von öffentlicher Meinung, weil immer weniger von geteilten Auffassungen und übergreifend verständlichen Symbolen und Bildern in der Kommunikation ausgegangen werden kann. Das erschwert zielgerichtete Kommunikation. Darüber hinaus sind viele Kommunikationsaktivitäten hinsichtlich des kommunikativen Kontexts zu wenig reflektiert und scheitern deshalb nicht selten, etwa weil „neue” Akteure übersehen werden oder die Tatsache ignoriert wird, dass es in Diskursen über Wissenschaft oft nicht um die Wissensvermittlung geht, sondern um Fragen von Macht, Status und gesellschaftlichem oder politischen Einfluss.

Deshalb kann es für Unternehmen, aber auch andere kollektive Akteure, nicht darum gehen, einfach noch weiter und noch mehr zu kommunizieren. Vielmehr ist es entscheidend, anders und besser zu kommunizieren. Zugleich hängt das „anders“ und „besser“ davon ab, das Umfeld der Kommunikation viel genauer als bisher zu kennen. Nur so lassen sich Kommunikationsstrategien entwickeln, die erfolgreich verschiedene Rezipient*innengruppen ansprechen und den Interferenzen zwischen verschiedenen Kanälen und Formaten Rechnung tragen.

Screenshot von einem Zoom-Meeting der beteiligten Mitarbeiter:innen
Zum Start des Projekts im Juli 2021 haben sich die beteiligten Forscher:innen von KIT, RWTH Aachen und Wissenschaft im Dialog auf Zoom getroffen.

Das Forschungsprojekt DiPubHealth verfolgt zwei zentrale Ziele: 1. Die öffentliche Diskursdynamik ausgesuchter problemzentrierter gesellschaftlicher Debatten soll genauer verstanden werden. Dazu ist die Entwicklung eines Werkzeugkastens notwendig. Dieses Verständnis soll 2. dazu genutzt werden, Vorschläge für eine gezielte Weiterentwicklung von Formaten der Wissenschaftskommunikation zu machen, diese auszuprobieren und danach Anpassungen vorzunehmen.

Zentral will das Projekt dabei die Frage beantworten, ob und, wenn ja, wie sich ein ausreichend systematisches Wissen über relevante kommunikative Kontexte zeitnah zur geplanten kommunikativen Intervention erstellen lässt. Im Mittelpunkt steht also eine forschungsbasierte Formatentwicklung. Hierzu bedarf es eines präzisen Instrumentariums (etwa in Form von Bewertungsrastern, Typologien oder Kriterienkatalogen), um die Diskursdynamik und die relevanten kommunikativen Verstärker und Fallen identifizieren zu können. Um solche Werkzeuge zu entwickeln, geht die Analyse von Diskursen und die Formatentwicklung Hand in Hand.

Das KIT-Team verantwortet dabei insbesondere die interdisziplinäre Forschung zu den kommunikativen Produkten, Prozessen und Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Dabei liegt der Fokus auf Akteuren (und ihren Organisationen), die zu wissenschaftlichen Themen in öffentlichen Diskursen sichtbar werden. Darüber hinaus findet im Rahmen des Projektes auch Forschung als Begleitung für innovative wissenschaftskommunikative Formate statt.

Ein Foto der drei beteiligten Forscherinnen am KIT
Die drei am Projekt beteiligten Forscherinnen am KIT, v.l.n.r.: Christiane Hauser, Annette Leßmöllmann, Lena Puttfarcken.

 

Aktuelles
Screenshot des ersten Projekttreffens online der Forschungsgruppe DiPubHealthStart des Projekts "Diskurse zu Public Health-Themen"
14.07.2021

Wie laufen öffentliche Diskurse über Public-Health-Themen wie beispielsweise COVID-19 ab? Das erforscht seit Juli 2021 ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Annette Leßmöllmann, gemeinsam mit der RWTH Aachen und Wissenschaft im Dialog. Finanziert wird das Projekt von der Bayer Foundation.

Zur Projektseite14.07.2021

Partner

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Förderer

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Beteiligte Wissenschaftlerinnen

Prof. Dr. Annette Leßmöllmann, wissenschaftliche Sprecherin des Projekts

Dr. Christiane Hauser

Lena Puttfarcken, M.A.