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M.A. Marie-Hélène Adam

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Curriculum Vitae

Name

Marie-Hélène Adam

Promotionsthema

Technikutopien und Genderkonzepte. Populärkulturelle Repräsentationen von Geschlecht in Science-Fiction-Filmen als Prozess ambivalenter Bedeutungskonstruktion

Beginn der Promotion

Juli 2011

Abschluss der Promotion

 März 2020

bisherige Veröffentlichung

Adam, Marie-Hélène: Wissenschaft im Wandel – Technik, Natur und Mensch bei Leonardo da Vinci. In: Technikfiktionen, Technikdiskurse, hg. von Burkhardt Krause, Karlsruhe: KIT Scientific Publishing 2011.

 

Adam, Marie-Hélène: Die Stadt der künstlichen Frauen. Repräsentationen von Geschlecht im Film  ‚Die Frauen von Stepford‘. In: Powision, Vol. 15 (2014), S. 18-23.

Adam, Marie-Hélène/Gellai, Szilvia/Knifka, Julia: Einleitung. In: Technisierte Lebenswelt. Über den Prozess der Figuration von Mensch und Technik, hgg. von dies., Bielefeld: Transcript 2016, S. 9-32.

 

Adam, Marie-Hélène/Knifka, Julia: Beyond the Uncanny Valley. Inszenierung des Unheimlichen als Wunsch- und Angstbilder in der Serie ‚Echte Menschen – Real Humans‘. In: Technisierte Lebenswelt. Über den Prozess der Figuration von Mensch und Technik, hgg. von dies. und Szilvia Gellai, Bielefeld: Transcript 2016, S. 341-365.

Adam, Marie-Hélène (2016): (S)He will be back. Konstruktion weiblicher und männlicher Identitätskonzepte in der ‚Terminator‘-Reihe. In: Technik und Gender. Technikzukünfte als geschlechtlich codierte Ordnungen in Literatur und Film, hgg. von dies. und Katrin Schneider-Özbek,  Karlsruhe: KIT Scientific Publishing 2016, S. 195-221.

Werdegang bis zur Promotion

• Februar 2007: Bachelor of Arts am KIT (Hauptfach Germanistik, Nebenfach: Journalismus und Technik der elektronischen Medien)

• Mai 2007 - Februar 2010: Tutorin und Mentorin am KIT in den Bereichen journalistisches Schreiben, Mediengeschichte und 'Theorien der Medienkultut'

• Januar 2010: Magistra Artium am KIT (Germanistik)

• ab März 2010: akademische Angestellte am KIT mit Lehraufträgen im Bereich Kulturwissenschaft und Multimedia

Kontakt

marie-helene adamYlb0∂kit edu

 

 

Abstract des Promotionsthemas

Women’s March, der Hashtag #MeToo, die offizielle Anerkennung des dritten Geschlechts in Deutschland oder eine zunehmende mediale Präsenz von Diskussionen über Gleichberechtigung und Rollenbilder – derzeit werden auf allen Ebenen des sozialen Diskurses Debatten um Deutungshoheit und Bedeutung von Geschlecht geführt. ‚Sex‘ und ‚gender‘ sind elementare Kategorien, die individuelle sowie kollektive, soziale und politische Wirklichkeit bestimmen. Geschlecht ist insbesondere auch ein kulturelles Konstrukt, das mit Macht- und Normstrukturen korreliert. Der medial-künstlerische und populärkulturelle Diskurs ist dabei ein zentraler Faktor: Filme und Fernsehserien repräsentieren kulturelle Vorstellungen von Geschlecht und tragen zugleich selbst zu seiner kulturellen Konstruktion bei. Im Anschluss an die Cultural Studies blickten die Gender Media Studies seit den 1990er Jahren zunächst optimistisch auf die Populärkultur und ihre dynamische Bedeutungsoffenheit. Umso ernüchternder erschienen zunehmende Befunde, dass populärkulturelle Inszenierungen von Geschlecht allzu häufig stereotype Zuschreibungen und die heteronormative Matrix sexueller Differenz reproduzieren (McRobbie 2010). In den 2010er Jahren gelangt die genderorientierte Populärkulturforschung zu einer pragmatischen Position, die von einer widersprüchlichen Wechselwirkung traditioneller und subversiver Tendenzen ausgeht (Villa et al. 2012).In Anbetracht der Tatsache, wie selbstverständlich dieser Widerspruch zwischen Reproduktion von hegemonialen Geschlechterbildern einerseits und ihrer Subversion andererseits bei Populärkultur oft implizit oder explizit vorausgesetzt wird, ist es umso überraschender, dass es bislang an Studien fehlt, die diese Widersprüchlichkeit ins Zentrum einer systematischen Untersuchung stellen. Genauso wäre danach zu fragen, wie Stereotypie und Subversion eigentlich in Relation zueinander gesetzt werden bzw. ob sie in ihren populärkulturellen Erscheinungsformen überhaupt grundsätzlich als Gegensätze gedacht werden sollten. Mit der vorliegenden Arbeit und meiner These der strukturellen Ambivalenz möchte ich an diesem Forschungsdesiderat ansetzen und einen Beitrag dazu leisten, die Diskussion über Gender und Populärkultur weiterzuentwickeln und das Augenmerk auf die produktive Kraft des Ambivalenten richten. Dabei liegen meiner Studie eine Synthese von Theorien der psychoanalytisch-feministischen Filmtheorie (u.a. Mulvey und Doane) sowie Ansätze der Dekonstruktion und des Poststrukturalismus (v.a. Foucault und Butler) sowie der Cultural Studies wie auch der Gender Media Studies zugrunde.

Meinen zentralen Untersuchungsgegenstand bilden aktuelle populärkulturelle Technikutopien und -dystopien in Filmen und Fernsehserien. Die Technikutopie verbindet das transzendierende Moment des Utopischen mit dem extrapolativen Charakter der Science Fiction. Damit erweisen sie sich als besonders fruchtbar, um die Inszenierung und potentielle Neuaushandlung von Geschlecht in der Populärkultur auszuloten.

Unter Technikutopien/-dystopien werden dabei nicht im engeren Sinne eines klassischen Utopiebegriffs gesamtgesellschaftliche Reißbrettentwürfe verstanden. Meine Definition beläuft sich außerdem auch nicht ausschließlich auf das Verständnis von Utopie als rein diskursive Kategorie. Vielmehr gehe ich gehe davon aus, dass populärkulturelle Utopien bzw. Dystopien im Allgemeinen Wunsch- und Angstbilder generieren, die sich aus kollektiven Hoffnungen und Befürchtungen speisen (diese aber auch beeinflussen), und dass sie dabei soziokulturelle Normen, Phänomene und Diskurse reflektieren. Utopische bzw. dystopische Wunsch- und Angstbilder fungieren als Vermittler unterschiedlicher Ebenen, werden sie doch auf der Handlungsebene konkretisiert und durch filmsprachliche Mittel auf verschiedenen kinematographischen Ebenen inszeniert, verweisen darüber hinaus aber auch gemäß Jamesons Ansatz durch ihr reflexives Potential auf die diskursive Dimension. Wichtig ist folglich eine Verbindung aus einer Manifestation des Utopischen in der Fiktion und seiner Entfaltung auf der Ebene des Diskursiven. Populärkulturelle Technikutopien und -dystopien verorte ich in der Science Fiction. Sie imaginieren Konsequenzen technologischer Entwicklung für das Subjekt hinsichtlich seiner Konstitution von Identität, Konzeptionen von Körper, Geist und Welt sowie seinem Grad an persönlicher Autonomie. Auch wenn es nicht um an klassische Formen angelehnte soziale Utopien oder Dystopien handelt, weisen Narrative, die diese Themen verhandeln, stets auch intersubjektive Komponenten auf. Diese generieren sich in der Imagination eines spezifischen Szenarios, das soziale Normen, Geschlechterverhältnisse, soziokulturelle Konstrukte, etc. reflektiert. Ausgehend vom technischen Novum wird das utopische oder dystopische Potential auf verschiedene Weise entfaltet, inszeniert und in Bedeutungskonstruktionen (auch und im Besonderen im Hinblick auf Genderkonzepte) eingebunden.

Unter dieser Perspektive werden in meiner Arbeit einerseits Geschlecht bzw. der Gender-Diskurs an den Schnittstellen von Utopie/Dystopie, der (audiovisuellen) Science Fiction bzw. ihrer Traditionslinien sowie der Diskurs der Populärkultur beleuchtet. So skizziert die Arbeit auch zentrale Debatten und Theorien rund um Essentialismus und Konstruktivismus, sexuelle Differenz, Ökofeminismus und feministischen Posthumanismus, um ihre Argumentation zu verorten und diskursiv zu kontextualisieren. Darüber hinaus wird auch ein historischer Überblick über den Science-Fiction-Film gegeben, der nicht nur Entwicklungstendenzen sowie Motivkonjunkturen offenlegt, sondern dies auch auf einen genderorientierten Fokus zuspitzt und meine analytischen Ansätze in eine diachrone Perspektive stellt. Bei dem Komplex ‚Genderkonzepte in Technikutopien‘ handelt es sich folglich um ein mehrdimensionales Phänomen mit vielschichtigen Sinn- und Bedeutungszusammenhängen – alle Ebenen der Thematik sowie dementsprechend alle Teile der Arbeit sind miteinander vernetzt. Die Reflexivität und Ambivalenz von Populärkultur wird in Beziehung gesetzt mit der Transzendenz von Utopie und Science Fiction, die beide wiederum auch von ambivalenten Spannungsverhältnissen geprägt sind, die bereits auf der Ebene ihrer theoretischen Diskurse einen Resonanzraum für die De- und Rekonstruktion von Geschlechternormen eröffnen. Das Herzstück dieser Arbeit bilden die Fallstudien, illustrieren sie doch in detaillierter, werkorientierter Analyse unter Berücksichtigung verschiedener kinematographischer Ebenen die Prozesse widersprüchlicher, symbolischer Bedeutungsproduktion bezüglich der Inszenierung von Geschlecht.